Petrus meinte es gut mit uns…

Wie jedes Jahr war auch dieses Jahr eine Überraschung wohin uns unsere Reise führt. Unsere zwei Organisiererinnen, Astrid Zuberbühler und Miriame Brülisauer machten es spannend, da noch kurzfristig die Mitnehmliste abgeändert wurde, vor allem wegen Petrus.S
amstagmorgen um 8.45 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Bühler. Alle waren pünktlich anwesend. Unsere Velos wurden verladen und von Simon Zuberbühler und den Kindern an einen noch unbekannten Zielort hingebracht. Wir hingegen fuhren mit der Appenzeller Bahn in Richtung St. Gallen. Dort konnte sich, wer wollte noch mit einem „Znüni“ eindecken. Danach ging es weiter mit der SBB bis es hiess: „Nächster Halt: Kreuzlingen“. Nach einem heiteren Wiedersehen mit Zuberbühler’s und unseren Velo’s ging unsere Turnfahrt auf ebendiesen weiter. Einige e-Motorisiert, andere klassisch und wieder andere führten gar noch das Werkzeugtäschli unter dem Sattel mit. Man glaubt es kaum, wir waren sogar noch sehr froh darum. Denn so konnten nach einem kurzen Velomech-Exkurs wirklich ALLE eine einigermassen beschwerdefreie Radtour geniessen.

Dem Seerhein entlang steuerten wir zuerst das schöne Städtchen Gottlieben an, wo wir einen kurzen Kaffeehalt machten. Bis dahin regnete es ab und zu. Von nun an trocknete es ab und weiter ging unsere Tour dem lieblichen Untersee entlang. In Steckborn genossen wir unser selbst mitgebrachtes Mittagessen bei warmem Sonnenschein am Seeufer.

Weiter ging es nach Stein am Rhein. Die schöne Landschaft hat uns sehr beeindruckt und die Route scheint bei Radlern sehr beliebt zu sein. Im schönen Städtli Stein am Rhein genossen wir ein feines Dessert. Diese Rast war auch nötig, da bereits einige Teilnehmerinnen gewisse Muskelgruppen entdeckten, von welchen sie bisher noch nicht viel wussten. Der anstrengendste Teil unserer Fahrt stand uns jedoch noch bevor, denn in Schaffhausen angekommen, durften wir noch einen steilen Hügel erklimmen, damit wir unser Nachtlager beziehen konnten. Unsere Füdlibacken wurden erlöst und die Velo’s wurden von unserem Zuberbühlerteam wieder abgeholt und per Anhänger in die Heimat gefahren.

Wer Schaffhausen besucht, der besucht fast obligatorisch die alte Stadtfestung, den Munot. Der steile Aufstieg wird durch die schöne Aussicht über die Dächer der Stadt und ins nahe Umland mehr als entschädigt. Am Ufer des Rheins genossen wir danach ein feines Nachtessen an weiss gedeckten Tischen. Da das Ambiente sehr schön und einladend war, blieben wir denn auch gleich in der zum Restaurant gehörenden Bar „hängen“ und liessen dort den Tag ausklingen.

Sonntag: Nach einem feinen Frühstück, sogar mit frischem Zopf, ging die Turnfahrt weiter. Unsere Reiseleiterinnen teilten uns mit, dass wir nun einen etwa einstündigen Fussmarsch machen werden. Da mit jedem Schritt ein lauteres Getöse ertönte, war schnell klar, dass wir früher oder später am Rheinfall in Neuhausen landen werden. Dort war jedoch noch nicht die Zeit, die Füsse in das erfrischende Nass zu tauchen. Weit gefehlt; der dort eingerichtete grosse Seilpark „Adventure Park Rheinfall“ erforderte unsere Kondition, Kraft und Ausdauer. Einige waren ganz chribbelig und freuten sich auf die Parcours, andere wurden die Knie etwas weich. Es kam jede in den Genuss und am Ende waren alle glücklich, dass sie trotz aufgetretenen Unsicherheiten einige Runden gewagt und erfolgreich absolviert hatten. Nach drei Stunden waren aber alle Müde und die Kraft liess nach. Da wurde die Bootsrundfahrt am Rheinfall sehr gerne in Anspruch genommen.

Um die verlorenen Energiereserven wieder aufzufüllen und da sowieso Mittagessenszeit war, schnabulierten wir in einem nahegelegenen Restaurant noch Flammkuchen oder einen Salat, bis plötzlich alles sehr schnell gehen musste und wir auf unseren Zug pressieren mussten. Die SBB hat schliesslich kein Interesse daran, auf Spätankömmlinge zu warten. Als wir dann aber etwas abgehetzt am Bahnhof eingetroffen waren, wurde uns mitgeteilt, dass unsere Heimreise aufgrund eines Fahrzeugunfalls nicht via Winterthur, sondern über die Seelinie verlaufen würde.

Da wir über den Tag kaum miteinander reden konnten und noch viel zu wenig gesungen wurde, unterhielten wir im Zug die anderen Fahrgäste mit mehr oder weniger bekannten Weisen und Liedern.

Wieder in Bühler angekommen, durften wir unsere Drahtesel in Empfang nehmen und einige radelten dann sogar noch nach Hause. Es war ein sportliches Wochenende und wir bedanken uns ganz herzlich bei Astrid und Miriame für die tolle Organisation und freuen uns bereits auf unsere Turnfahrt 2018.

Stein, 28. August 2017 / P. Husistein